Icarus - Album Reviews (Print)
(with Interview)
(with Interview)
Icarus - Album Reviews (Online)
TMonday, 28 September 2026
inHard 131/2026 September/Oktober
MINE'S ROAD
Ikápoç
****
7Hard/ZYX Music
Unter dem Namen Mine‘s Road
präsentiert der norddeutsche
Musiker Michael Nermerich sein
Debütalbum. Nach über 30 Jah-
ren in verschiedenen Rock- und
Independent-Bands verwirklicht
er mit diesem Soloprojekt seine
eigene musikalische Vision zwi-
schen Progressive Rock, Rock,
Pop und Alternative. Die 9 Songs
verbinden melodische Passagen
mit atmosphärischen Arrange-
ments und nachdenklichen Tex-
ten über innere Konflikte, Hoff-
nung und die Herausforderun-
gen unserer Zeit. Typisch für den
Prog-Ansatz sind episch ange-
legte Longtracks wie„Icarus“
(13:38) und „Whisper In The
Dark“ (13:00), die mit ihren aus-
gedehnten Spannungsbögen
unterschiedliche musikalische
Facetten entfalten.
JÖRG EIFEL
Wednesday, 09 September 2026
Legacy Magazin 164/05-2026
MINE'S ROAD „lcarus"
(7hard/ZYX)
Genre: Progressive Rock
Viele interessante Ansätze deklinieren noch kein aufregendes Album- und das ständige Vorgeplänkel zu einem vermeintlichen Höhepunkt hat auch nur dann einen Wert, wenn Letztgenannter schließlich auch erfolgt. Auf dem aktuellen Werk von MINE'S ROAD gibt es sicherlich viele Augenblicke, in denen sich die Gänsehaut auf ihren zu erwartenden Auftritt bereitmacht, dann je doch wieder zurückziehen muss, weil die Band die wirklich magischen
Momente weiter hinauszögert, zum Ende hin aber auch nicht nachreichen kann. „lcarus" ist ein durchaus ambitioniertes Album, das neben modernen Prog-Rock-Elementen hin und wieder auch in den Alternative-Sektor schielt, vielleicht nicht immer die handelsüblichen Gitarrensounds
liefert, mit der gegebenen Eigenständigkeit aber nicht allzu viel anzufangen weiß. Während handwerklich sicherlich das große Besteck ausgelegt wird, wirkend die Arrangements gelegentlich etwas zäh, die verspielten Passagen
hin und wieder einfach nicht mitreißend genug, sich von ihnen hinweg tragen zu lassen. Vor allem im 13-minütigen Titelsong streckt MINE'S ROAD die einzelnen Fragmente viel zu sehr in die Länge, ohne dabei echte Spannungsbögen zu kreieren. Und auch der zweite Longtrack im Bunde,
"Whisper In The Dark“ wirkt partiell künstlich aufgebläht und kann aus den melodischen Steilvorlagen nicht viel herausziehen. „lcarus“ hat zweifelsfrei ein paar tolle Teilpassagen in petto, ist insgesamt aber einfach zu selten
auf den Punkt gebracht und kann gegen die Schwergewichte der Szene kaum anstinken. Es bleibt bei den bereits genannten guten Ansätzen, zu mehr reicht es jedoch vorläufig nicht! (BB)
9 Punkte
Friday, 28 August 2026
Break Out Magazin 4/2026 September/Oktober
Mine’s Road - Vom Hobbymusiker zum Profi?
Mit dem Album „Icarus“ seines Soloprojekts Mine’s Road hat Michael Nermerich ein wirklich starkes Debütalbum vorgelegt! Er hat das fast komplett im Alleingang eingespielt!
Michael, bevor ich dein Album zur Review bekam, kannte ich dich natürlich nicht wie wahrscheinlich die meisten Fans guter Rockmusik. Gerade vorhin habe ich mir dein Album nochmal voll Power reingezogen und ich bin wirklich sehr beeindruckt von dem Teil, weil es mich teilweise an Bands erinnert, die zu meinen großen Helden gehören!
„Das geht runter wie Öl! Danke dafür, haha! Ja, ich denke, man hört auch ein wenig raus, was für Schallplatten ich im Schrank stehen hab. Ein Teil der Stücke ist schon uralt, die hab ich in den Neunzigerjahren geschrieben, wie zum Beispiel die ersten drei Minuten von „Icarus“, oder das letzte Drittel von „Wispre In The Dark“. Der Rest dieser Songs entstand erst in den letzten Jahren. Als Junge hab ich schon mit Progressive Rock-Musik angefangen. Meine größten Helden sind Yes. Auch Bands wie Rush, Genesis, King Crimson, ELP, Marillion, Saga und so weiter. Eigentlich bin ich erst in den letzten Jahren draufgekommen, dass es auch andere gute Musik gibt, wie Popmusik und Indie Rock. Das kommt durch in den neueren Kompositionen wie „Runaway“ und „Oh Summer“. Da gibt’s natürlich auch so ein paar Vorbilder, bei „Oh Summer“ schimmern die Beach Boys, XTC, Tears For Fears, und so Sachen durch, die mich immer mehr beeinflussen!“
Das Press Kit, das wir Schreiberlinge online zur Verfügung gestellt bekommen haben, beschreibt deine Musik und die Songs sehr ausführlich. Sämtliche Lyrics sind abgedruckt. Wird das beim physischen Album auch so sein?
„Auf jeden Fall ist ein Booklet mit den Texten und Credits dabei! Das ist ja tatsächlich meine Debütscheibe! Ich habe schon früher viel mit Bands gespielt, wollte wollte das Projekt und meine Songs schon immer umsetzen, habe aber nie die richtigen Leute gefunden. Die wollten immer auf die Bühne und Power und Heavy-Mucke machen, das war zwar ganz lustig, aber nicht mein Ziel. Dann ist vor einigen Jahren der Knoten geplatzt. 2020 habe ich Mine’s Road in Leben gerufen, da habe ich vier Songs, die ich schon Jahre vorher mit verschiedenen Sängern aufgenommen hatte, einfach neu abgemischt und veröffentlicht. Bis das komplette Album fertig war, hat es dann sehr lange gedauert, weil einfach zu viel dazwischenkam. Zwischendrin hatte sich auch eine alte Freundin von mir gemeldet, die Katha Lu, die Gastsängerin bei „In The Ouside World“ ist. Zusammen hatten wir Blossom Screech gegründet. Das war der Zeitpunkt, an dem ich dachte das ist das Projekt, in dem ich jetzt endlich meine musikalischen Ideen umsetzen kann. Dann hat sich im Umfeld von Katha etwas getan, sodass sie einfach keine Zeit mehr für Blossom Screech hatte. Da stand ich erstmal da, wusste nicht, wie es weitergeht, habe ich mich kurzfristig einer anderen Band angeschlossen, mit der wir auch einige Liveauftritte hatten. Dann kam mein Sohn auf mich zu und wollte unbedingt ein paar Punksongs machen, daraus wurden im Endeffekt über dreißig Stücke. Da habe ich ich gemerkt, meine technischen Möglichkeiten sind jetzt vorhanden, und mein Gesang ist auch ganz passabel. Damit hatte sich die Suche nach einem Sänger für mich erledigt und ich habe die Vocals des Albums selbst eingesungen.“
Du machst also seit früher Jugend Musik und bringst nun im Alter von siebenundfünfzig Jahren dein erstes Album auf den Markt?
„Also, es ist das erste Album, das komplett auf meinem Mist gewachsen ist. Mit anderen Bands hatte ich schon Alben aufgenommen, aber da hatte ich mit dem Songwriting nichts zu tun. Angefangen hat alles so, dass ich in den Achtzigerjahren großer Musikfan war, hatte meine Ausbildung als Koch gemacht, ging dann nach Stuttgart. Als ich etwas Geld übrig hatte, bin ich in einen Musikladen und habe mir ein Keyboard gekauft. Die nächsten zehn Jahre habe ich damit verbracht, mir das Musizieren beizubringen und ein paar Songs zu schreiben. Das hat mir viel Spaß gemacht und dann war ich auch in meiner ersten Band. Also die letzten fünfunddreissig Jahre habe ich immer irgendwie Musik gemacht und Songs geschrieben.“
Du bist aber Hobbymusiker, kein Profi?
„Bis vor ein paar Wochen habe ich mich noch als Hobbymusiker gesehen, aber nach dem fantastischen Bericht im Musix Magazin über Mine’s Road bin ich mir da nicht mehr so sicher, hahahaha! Da hab ich gedacht: ‚Oh Mann, über dreissig Jahre Hobbymusiker und nun geht’s los!‘ Mal schauen, was jetzt noch passiert.“
Der Hans Derer hat dich ja jetzt mit seiner 7us media Group unter seine Fittiche genommen, da geht bestimmt einiges!
„Ja, das will ich hoffen, denn ich hab ja noch ganz viele Songs von früher in der Schublade und jede Menge neue Ideen. In meiner Planung habe ich schon die nächsten vier Alben fertig, hahaha!“
Super, dann freu ich mich schon aufs nächste Interview mit dir und wünsche dir viel Erfolg!
Text: Martin Pietzsch
Friday, 28 August 2026
Eclipse Magazin Nr. 283 September 2026
Rock/Alternative/Prog
MINE'S ROAD
,,lcarus"
(7hard/ZYX)
Artverwandt: Eloy; Camel; XTC; Sparks
Als wahres kreatives Allround-Talent zeigt sich der Kieler Musiker Michael Nermerich auf dem Debüt seines Soloprojekts Mine's Road. Alle Tracks wurden von ihm komponiert, arrangiert, eingespielt, gemischt und produziert. Stilistisch bewegen sich die neun Nummern von Alternative über Pop bis hin zu straightem Rock, teils mischen sich die Genres und werden um Prog-Elemente wie spacige Keyboards erweitert. Die Songs drehen sich teilweise um philosophische und sozialkritische Betrachtungen, etwa um die Überlegung, wie Aliens wohl unsere gebeutelte Erde beurteilen würden (,,From Outer Space"). Um den herzlosen Umgang miteinander in den sozialen Medien geht es in „Don't Hate Me", eine groovige Alternative-Rock-Nummer mit finsteren Tönen und effektvoll eingesetzten Disharmonien. Das Instrumentalstück „September", das mit ruhigem, leicht sphärischem Keyboard und Piano beginnt und dann stetig Tempo auf- und weitere Instrumente dazunimmt, setzt ein musikalisches Ausrufezeichen. Besonders in den Longtracks „lcarus" und „Whisper In The Dark" spiegeln sich Nermerichs musikalische Prägung durch Prog-Bands wie Saga und Camel wider.
Top-Track: Whisper In The Dark
JV
Friday, 26 June 2026
Break Out Magazin 3/2026 Juli/August
MINE,S ROAD
"lcarus" 7hard/Zyx
Dieses Soloprojekt des Kieler Musikers Michael Nermerich beeindruckt mich mit jedem neuen Hördurchgang immer mehr. Gleich der Opener .Runaway" ist ein wunderbar atmosphärisches Stück Musik, das den geneigten Hörer auf positive Art richtig schön einlullt. Michael nimmt uns mit auf seine träumerische Reise, in der er die ganze Last der Welt, die schwer auf seiner Seele liegt, hinter sich lässt:
,, ... But in my dreams I feel the freedom make me whole, so I'll run away into the open skies, leave the pain behind where the heart can fly," locker flockig kommt danach die Ode an einen schönen, unbeschwerten Sommer in der klassischen Popnummer „Oh Summer" rüber. Ein heavy Gitarrenriff läutet den brachialen MidtempoPsychedelic- Song „Don't Hate Me" ein, der durch seinen unglaublich dichten, wunderbar heavy schreddernden Sound überzeugt und den Wahnsinn dieser ganzen widerlichen Hassreden in den Social Media-Foren zum Thema hat. Das Instrumentalstück „September" hat einen saugeilen Groove und heißt so, weil Michael das vor etlichen Jahren in eben diesem Monat komponiert hat. Der spacigatmosphärische Sound von „From Outer Spate" passt perfekt zum Thema des Songs, bei dem es darum geht, wie geschockt außerirdische Besucher sind, als sie sehen, mit welch üblen Machenschaften die Menschheit ihren schönen Planeten und sich selbst zerstört Mit „In The Outside World" folgt ein weiteres sozialkritisches Thema, welches die Not von Obdachlosen sichtbar macht, Geschrieben in den Neunzigerjahren, ist das Thema heutzutage leider aktueller denn je! Musikalisch fantastisch umgesetzt mit der Gastsängerin Katha Lu, mit der Michael auch das Projekt „Blossom Screech" am Laufen hat. So, und jetzt geht's voll ab, denn es folgen mit dem Titelsong „lcarus" und „Whisper In The Dark" zwei saugeile Longsongs mit jeweils circa 13 Minuten Spielzeit. Ich stehe total auf die alten Longtracks der Siebzigerjahre, und genau in diese Kerbe haut Michael hier voll rein! Mir kommen da Eloy,Jane, Omega und sogar Rush in den Sinn! ,,The Light Goes Out" ist ein toller Schlusssong, befasst er sich doch damit, dass Michael nach einem Herzanfall dachte, seine Lichter würden ausgehen, er wurde glücklicherweise gerettet und seine Reise geht weiter. Ebenso wie die von Mine's Road, denn das zweite Album ist schon in der Pipeline. Da freu ich mich drauf!
MARTIN PIETZSCH
Friday, 26 June 2026
Hardline Magazin Ausgabe 70 Juli-September 2026
MINE'S ROAD
,,lcarus" 7hard/Zyx
Da haben wir in dieser Ausgabe im Vorwort das Thema „KI-Musik" im Fokus und dann kommt mit Michael Nemerich ein norddeutscher Musiker daher, der auf seinem Debüt „lcarus" eindrucksvoll hörbar beweist, dass authentische handgemachte Musik niemals einer kalten KI-Produktion weichen wird. Denn keine KI kann emotionale Tiefe, persönliche Texte und die Liebe an Musik so authentisch wiedergeben wie es hier auf „lcarus" der Fall ist. Michael Nemerich lässt sich dabei nicht wirklich auf ein musikalisches Genre festlegen. Er macht, was gerade passt. Um es aber doch an Genres festzumachen: Geboten wird eine Melange aus Alternative- und lndie-Rock, mit vielen Einflüssen aus den 90er Jahren, progressivem Rock, Pop und alles mit einer Singer/Songwriter-Attitüde versehen. Klingt für euch interessant? Dann hört auch das Herzstück des Albums, den Titeltrack, an ... in 13 Minuten erzählt Michael eine Geschichte über Abstürze, Rausch und Selbsterkenntnis, ungeschönt, geradheraus, und musiziert sich dabei durch die eben genannten Genres. Und warum sott auf einen poppigen Gute-Laune-Song wie „Oh Summer" nicht direkt ein knallhartes Alternative-Brett (,,Don't Hate Me") folgen? Dieses Album fordert den Hörer heraus, auch wirklich zuzuhören, sich darauf einzulassen und ohne Scheuklappen den Songs zu folgen. Wer dazu bereit ist, wird an „lcarus" lange seine Freude haben!
8/10 - TB)
Mine's Road
Auf eigenen Wegen gehen
Manchmal macht es einfach Spaß, auch mal andere musikalische Wege zu gehen, abseits von all den großen Namen und Genres. Und bei einem dieser Wege sind wir auf Mine's Road gestoßen. Mine's Road ist das Soloprojekt des norddeutschen Musiker Michael Nermerich und „Icarus" das erste komplette Album unter diesem Namen. Musikalisch bietet es eine stilistische Vielfalt aus Rock, Prog, Pop, Alternative und New Wave. Wir unterhielten uns mit einem interessanten Künstler.
Michael, lass uns zunächst ewas über dich sprechen Kannst du deinen musikalischen Werdegang kurz erläutern?
Ja, das Ganze hat tatsächlich schon ziemlich früh angefangen, meine ältere Schwester hatte damals jede menge Platten - unter anderem von Queen und Lindenberg - und das hat mich total fasziniert. So richtig los ging es dann Anfang der 80er, als ich aueinmal komplett in diese Musikwelt abgetaucht bin. Während meine Freunde noch in den Charts festhingen, habe ich mir die alten Yes, ELP und King Crimson Scheiben reingedrückt. In den 90ern hab ich mir selbst das Keyboardspielen beigebracht und angefangen eigene Songs zu schreiben. 1989 bin ich dann in meine erste Band eingestiegen, und ab da ging’s eigentlich immer weiter mit verschiedenen Projekten und Bands. Ich war immer unterwegs.
Was für Bands und Musiker sind es, die dich inspiriert haben, Musik zu machen bzw. dich immer noch inspirieren?
Da gibt’s echt viele. Am Anfangs waren’s vor allem pro-Bands wie Yes, Saga, Marillen, Rush, ELP, Camel, Genesis oder King Crimson - Die haben mich schon ziemlich geprägt. Aber im Laufe der Jahre ist das Spektrum immer größer geworden. In den letzten Jahren höre ich sehr viel Pop und New Wave wie XTC, Tears For Fears, Depeche Mode oder die Sparks.
Was bedeutet Musik für dich persönlich?
Ich würde behaupten, es ist die Essenz meiner Existenz. Tatsächlich habe ich schon seit meiner Jugend vieles von der Musik abhängig gemacht. Ich begann beispielsweise eine dreijährige Ausbildung als Koch in der Saarlandhalle in Saarbrücken - einzig, um möglichst viele Konzerte gratis zu besuchen, was ich auch ausgiebig in Anspruch nahm. Ende der neunziger orientierte ich mich beruflich neu. Ich wollte eigentlich eine Tontechniker-Ausbildung machen, daraus wurde dann jedoch eine Ausbildung zum Mediengestalter für Print- und Digitalmedien. Alles nur wegen der Musik.
Kommen wir aus Mine’s Road zu sprechen. Nachdem du vorher in Bands aktiv warst, hast du dich für ein Solo-Projekt entschieden. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Ehrlich: ich hatte schon immer den Wunsch, mein Ding komplett durchzuziehen. Ich lebt in dem Irrglauben, dass ich eine Band dazu brauche, um meine Songs umzusetzen. Irgendwann ist mir ein Licht aufgegangen, dass genau das es ist, was mich ausbremst. In Bands ist es oft so, dass
jeder seine eigene Vorstellungen hat - das ist ja auch okay, aber zu viele Leute, die mitreden wollen. Mit Mine’s Road kann ich genau die Musik machen, die ich im Kopf habe, ohne Kompromisse. Das war für mich ein wichtiger Schritt, um mich künstlerisch wirklich frei zu fühlen.
Wie es sich für ein richtiges Solo-Projekt gehört, hast du auch erstmal der Gesang übernommen? Eine nicht ganz so leichte Entscheidung für dich, wie ich lesen konnte…
Oh ja, überhaupt nicht. Ich habe mich lange überhaupt nicht als Sänger gesehen. Im Gegenteil - ich war da eher skeptisch. Ich hasste mein Genuschel! Aber irgendwann kam der Punkt, wo ich keine Lust mehr hatte, ewig nach jemandem zu suchen, der meine Songs einsingt. Dann habe ich einfach angefangen, es selbst zu probieren. Und ich war überrascht, dass das besser funktioniert hat, als ich gedacht hätte. Ich glaube, da ist irgendein Knoten geplatzt,
„Das Album ist stilistisch offen gehalten. Es legt Wert auf Atmosphäre.“
Gegründet hast du Mine’s Road im Jahre 2020, erst jetzt erscheint mit „Icarus“ das Debütalbum. Warum hat es so lange gedauert?
Es kam so viel dazwischen. Ich hatte bereits vier Songs mit anderen Sängern veröffentlicht, als Katha sich bei mir meldete (wir kennen uns aus einer anderen Band). Daraufhin produzierten wir einige Songs und Videos unter dem Namen blossem Screech. Ich hatte außerdem wieder Lust, live zu spielen, und bin dann mit Redwood für eineinhalb Jahre durch die Lande gezogen. Danach wollte ich eigentlich loslegen, aber es kam Riots Open dazwischen - eine Punkband die ich mit meinem jüngsten Sohn Leon gründete und mit der wir zwei Alben einspielten. Damit war ich im Grunde bis Sommer ’25 beschäftigt. Danach hatte ich endlich Zeit.
Bleiben wir beim Titeltrack. Mit über 13 Minuten sticht dieser Song natürlich heraus und zeigt sich musikalisch sehr facettenreich.
Der Titeltrack war tatsächlich einer der aufwendigsten Songs des Albums. Ich habe n den letzten 25 Jahren immer wieder daran gearbeitet - mit entsprechenden Pausen dazwischen. Er hat keine klassische Songstuktur, sondern entwickelt sich von einem Geschehen ins nächste. Der Aufbau erinnert eher an den eines Spielfilms, der eine konkrete Handlung von Anfang bis Ende erzählt. Er verbindet unterschiedliche Stimmungen, Dynamiken und Einflüsse und zeigt damit am deutlichsten, wie ich Musik empfinde und erzählen möchte. Gleichzeitig ist er auch thematisch sehr intensiv - es geht um Rausch, Absturz und Selbsterkenntnis, also um eine Entwicklung, die sich auch musikalisch widerspiegelt.
Was ich am Album mag, ist, dass es alles andere als vorhersehbar ist. Da kommt plötzlich ein leichter Popsong wie „Oh Summer“, um direkt danach mit „Don’t Hate Me“ aus dem entspannten „Sonnenbaden“ herausgerissen zu werden.
Das war auch eine Idee hinter dem Album. Ich wollt be-
wusst keine klare stilistische Linie im klassischen Sinne verfolgen, sondern den Songs die Freiheit geben, sich ganz unterschiedlich zu entfalten. „Oh Summer“ ist zum Beispiel ganz bewusst als leichte, fast unbeschwerte Pop-Nummer angelegt - ein Song, der einfach gute Laune transportiert und den Alltag für einen Moment ausblendet. Er nimmt eine Ausnahmestellung auf dem Album ein. Während die restlichen Songs eher düster und melancholisch sind, wirkt „Oh Summer“ dagegen wie „Freude, Freude, Eierkuchen“. Direkt danach kommt „Don’t Hate Me“ ein kompletter Bruch: ein deutlicher härterer, psychedelischer Track mit gesellschaftskritischem Inhalt, der sich mit aktuellen politischen Entwicklungen und gesellschaftlicher Spaltung auseinandersetzt. Diese Gegensätze sind für mich wichtig, weil sie irgendwie auch das echt Leben widerspiegeln. Heute läuft alles super - und morgen ist die Kacke wieder am Dampfen.
Wie würdest du unseren Lesern denn die musikalische Ausrichtung von „Icarus" beschreiben?
„Icarus" ist stilistisch offen gehalten. Die Bandbreite reicht von eingängigen Songs bis hin zu epischen, komplexen Kompositionen wie zum Beispiel „Whisper in the Dark. Im Kern bewegt sich das Album zwischen Pop, Rock und progressiven Elementen. Mir war wichtig, dass jeder Song seine eigene Identität hat - sowohl emotional als auch thematisch. Man könnte sagen: Es ist ein Album, das mehr Wert auf Atmosphäre und Entwicklung legt als auf klare Genregrenzen.
Einer meiner Favoriten auf dem Album ist „The Light Goes Out", ein sehr persönlicher und emotionaler Song…
Ja, der Song basiert auf einer ziemlich heftigen Erfahrung. Zwei Tage nach meinem 50. Geburtstag, den ich noch ordentlich gefeiert habe, hatte ich einen Herzinfarkt und lag plötzlich im Krankenhaus. Das ist so ein Moment, wo du wirklich denkst: War's das jetzt? Und dann bekommst du doch noch eine zweite Chance Genau dieses Gefühl steckt in dem Song - dieser Mix aus Angst, Dankbarkeit und dem Wunsch, etwas zu verändern. Er endet dann doch in einem Happy End. Ich denke, ein guter Abschluss für das Album.
Du bist bereits mit dem Arbeiten am nächsten Album beschättigt welches den Titel, Eden" tragen wird. Wie kommt es, dass du da schon den Titel weißt?
Ursprünglich sollte „Eden" mein Debüt werden. Ich hatte alle Instrumentals schon eingespielt und vorab gemixt. Durch einen wirklich außerordentlich dämlichen Fehler habe ich die ganzen Projektdateien unwiderruflich gelöscht. Ich habe nur noch die gebouncten Audiodateien. D. h., ich muss das komplette Album wieder neu einspielen. Aaarrgh! „Eden" wird ein Konzeptalbum, dessen Handlung in einer postapokalyptischen Welt in der nahen Zukunft spielt. Es besteht aus 13 Songs. Es wird auf jeden Fall eine Weiterentwicklung von dem sein, was ich mit „Icarus" angefangen habe. Wie bei „lcarus" wird es auch zu jedem Song ein Musikvideo geben. Geplant ist außerdem, die Videos zu einer übergreifenden Handlung zu verbinden
www.minesroad.de
Text: Thomas Bogedaly
Friday, 19 June 2026
Slam Magazin Nr. 146 Juli/August 2026
MINE'S ROAD
Icarus
7hard/ZYX
Das Projekt mag ein neues sein, bei Mann dahinter handelt es sich allerdings um einen alten Hasen: Michael Nermerich ist seit den 1990ern als Keyboarder, Songwriter und Produzent aktiv. MINE'S ROAD selbst wurde auch schon vor fünf Jahren aus der Taufe gehoben, aus der erfolglosen Suche nach einem Sänger erwuchs in Nermerich die Erkenntnis, es doch selbst zu versuchen - so stand dem Debütalbum „lcarus" nichts mehr im Weg. Irgendwo zwischen Indie, Rock, Pop und Progressive bahnen sich die Songs darauf den Weg, „Runaway" macht den Anfang. Gerade an dieser Nummer merkt man noch deutlich, dass die Vocals noch nicht zum absoluten Steckenpferd des Künstlers gehören beziehungsweise jener Track der erste Versuch in diese Richtung war. Im Laufder Platte wird dies aber besser, vor allem je progressiver die Songs werden. Musikalisch kann man dem Mann ohnehin nichts vorwerfen, auf „Icarus" gleicht kein Lied dem anderen, mit viel Experimentierfreude und Kreativität geht es durch satte 62 Minuten Spielzeit. Ein schönes Ding für Freunde von experimentellem Indie-Prog, das zwar in Sachen Vocals noch ausbaufähig ist, dies aber künftig sicher beherzigen wird.
www.minesroad.com
Stefan Mayer (7)
Monday, 01 June 2026
Musix Magazin 06/26
MINE'S RDAD
ICARUS
MJN RECOROS/DISTROKID
Mine's Road ist das Soloprojekt des norddeutschen Musikers Michael Nermerich, der seit den 1990er Jahren als Keyboarder, Songwriter und Produzent aktiv ist. Seit 2020 verfolgt er damit konsequent seine eigene künstlerische Vision zwischen Rock, Pop, Prog und Alternative. Mit dem Debütalbum „Icarus" präsentiert er ein persönliches und vielschichtiges Werk. Besonders der 13-minütige Titeltrack steht für seinen Stil: atmosphärisch, dynamisch und emotional. Begleitet von aufwendig produzierten Videos entsteht ein audiovisuelles Gesamtprojekt. Aktuell arbeitet Nermerich am zweiten Album „Eden".
Wednesday, 01 April 2026
Musix Magazin 04/26
MINE'S RDAD
ICARUS
MJN RECOROS/DISTROKID
Eins vorneweg – Michael Nermerich ist alles andere als ein Rookie. Der Norddeutsche ist vielmehr ein Rocker bzw. Profi, der über die Jahre im Music Business schon einiges gestemmt und geschafft hat. In diversen Bands mit unterschiedlichen Styles hat er dabei ebenso schon geglänzt wie als Producer. Und auch als Solo-Artist macht Nermerich eine hervorragend Figur. Das neueste Projekt nennt sich Mine’s Road und zeigt einmal mehr die Expertise und Wandlungsfähigkeit des Vollblutmusikers. „Icarus“ präsentiert hochwertige Songs die zwischen Progressive und Pop ebenso changieren wie zwischen Rock, Indie und Alternative. Tolle Texturen gibt ebenso viele wie intelligente Texte. Das rockt und wavet auch etwas irgendwo zwischen Ray Wilson oder Mono Inc. Soll heißen hier bekommt man klangliche, kompositorische und konzeptionelle Tiefe geboten. Stücke wie „Don’t Hate Me“ bestechen durch Progressivität und irgendwie auch Plakativität. Das instrumentale „September“ dann im Gegensatz durch Atmosphäre und schwebende Epik. Alles immer voller Melodie, leichter Melancholie und Mut zum Außergewöhnlichen. „From Outer Space“ passend zum Titel spacig und voller Brillanz und bowieesker Anmutung. „Icarus“ ist ein hörbar durchdachtes Werk voller Energie und Emotion. Respekt für diesen Rock!
Online-Version:
Album Review by Musix.de
Wednesday, 05 September 2026
Babyblauen Seiten - Prog-Reviews
Besetzung
Michael Nermerich
alle Instrumente, Gesang, Produktion
Mine's Road - Icarus
Von: Christian Zeiger @
Hinter Mine’s Road steht der norddeutsche Musiker Michael Nermerich, der auf "Icarus" sämtliche Fäden in der Hand hält und auch noch selbst strickt. Er schrieb die Musik, übernahm Aufnahme, Mix und Mastering und produzierte das Album selbst. Lediglich bei „In The Outside World“ ist mit Katharina Lutat alias Katha Lu eine zusätzliche Lead-Sängerin zu hören. Was "Icarus" etwas besonders macht, ist seine sehr persönliche und unabhängige Machart. Die Musik, die Michael Nermerich erschafft, lebt von Melodien, Stimmungswechseln und erzählerischen Ideen. Die progressive Komponente erinnert deshalb weniger an klassischen Symphonic Prog als an jene Spielart des modernen Prog, die Rock, Alternative und atmosphärische Klangflächen miteinander verbindet.
Los geht's mit "Runaway", bei dem Drums und Bass den Anfang grooven. Melodischer Rock trifft auf atmosphärische Arrangements und einen ausgesprochen charaktervollen Gesang. Dieser wird dann wohl auch das Zünglein an der Waage sein, ob man die Musik mag oder nicht. Es klingt dann ab und an schon ein bisschen (gewollt?) unsauber. Der Song handelt vom Wunsch, aus belastenden Situationen auszubrechen und einen neuen Anfang zu finden. Musikalisch bleibt Nermerich dabei recht zugänglich und songorientiert. Musikalisch muss ich immer irgendwie an etwas punkigen New Wave denken. "Oh Summer" schlägt anschließend einen deutlich leichteren Ton an. Sonnige Stimmungen, eingängige Melodien und ein sehr poppiges, flaches Grundgefühl werden allerdings immer wieder durch dunklere Passagen durchbrochen. Auch bei diesem Song bräuchte der Gesang eine Gehhilfe, wirkt er doch sehr wackelig. Musikalisch ist aber soweit alles tiptop gespielt. Da gibbet es nichts zu meckern.
Etwas kantiger und härter präsentiert sich "Don’t Hate Me". Der Song beschäftigt sich mit Intoleranz, Entfremdung und dem Bedürfnis, die eigene Meinung und Individualität behaupten zu dürfen. Die direkte Sprache der Lyrics gibt dem Stück eine gewisse Unmittelbarkeit. Eine kleine Verschnaufpause bildet das Instrumental "September". Ohne Gesang kann sich Nermerich ganz auf Klangflächen und Atmosphäre konzentrieren. Das Stück ist gut gelungen. Textlich interessant wird es bei "From Outer Space". Die Science-Fiction-Idee dient hier als Spiegel für die menschliche Gesellschaft: Außerirdische Besucher betrachten Hunger, Armut, Korruption, Rassismus, Umweltzerstörung und Machtmissbrauch und kommen zu einem wenig schmeichelhaften Urteil über die Menschheit. Musikalisch wird dieser gesellschaftskritische Ansatz von einer atmosphärischen Rockkulisse getragen, wobei die Gitarren etwas zu sehr im Hintergrund agieren. Tasteninstrumente und Schlagzeug dominieren den Song.
Mit "In The Outside World" folgt anschließend einer der emotionellsten Momente des Albums. Katharina Lutat übernimmt hier den Leadgesang und verleiht dem Stück somit eine komplett andere Farbgebung. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben und von dieser kaum wahrgenommen werden. Den Mittelpunkt des Album bilden die beiden Longtracks "Icarus" und "Whispers in the Dark". In "Icarus" kommen die Ausflüge gen Prog zum ersten mal voll zur Geltung und das steht der Musik sogar richtig gut. Der Titel nimmt die Ikarus-Metapher als Ausgangspunkt für eine Geschichte über Höhenflug, Absturz, Abhängigkeit, Selbstzerstörung und die Möglichkeit eines Neuanfangs. Aus dem anfänglichen Streben nach oben wird zunehmend eine Reise in die eigenen Abgründe. Recht abwechslungsreich ist der Song geworden und es kommen recht wenige Längen auf.
Ähnlich ambitioniert ist "Whisper In The Dark". Angst, Krieg und die Hoffnung auf bessere Zeiten bestimmen die Atmosphäre. Das Stück beginnt zurückhaltend und entwickelt sich zunehmend zu einem dramatischen, beinahe cineastischen Klangbild. Diesen Song find ich fast noch ein bisschen besser als "Icarus". Den Abschluss bildet "The Light Goes Out". Und natürlich ist das Licht hier nicht nur eine physische Metapher: Der Song handelt von Vergangenheit, zweiten Chancen und dem Versuch, nach schwierigen Erfahrungen einen anderen Weg einzuschlagen. Damit schließt sich der thematische Kreis des Albums auf durchaus konsequente Weise.
Die kürzeren Stücke wirken teilweise eher wie konventionelle Rock-/Pop-Songs, während speziell die beiden langen Kompositionen der Band wesentlich besser zu Gesicht stehen. Die Musik hat da einfach mehr Raum und Zeit um sich zu Entwickeln. Der Gesang ist für mich der größte "Streitpunkt" des Albums. Unperfektheit kann ja durchaus charmant sein, aber hier klingt es halt manchmal einfach nur schief. Was sehr schade ist, denn man hat sich sehr viel Mühe bei den Texten gegeben die sehr gelungen sind. Michael Nermerich verbindet dabei Rock, Pop, Alternative und Progressive Rock zu einem eigenständigen Soundbild. "Icarus" ist ein ambitioniertes Debüt, das eher durch seine atmosphärische und erzählerische Seite überzeugt. Die beiden Longtracks „Icarus“ und „Whisper In The Dark“ bilden dabei (deutlich) die musikalischen Höhepunkte. Wer melodischen, atmosphärischen Progressive Rock mit deutlicher persönlicher Handschrift und gesellschaftlich-reflektierenden Texten schätzt, sollte Mine’s Road durchaus mal eine Chance geben.
Anspieltipp(s): Icarus, Whispers in the Dark
Wertung: 6/15 ein ambitioniertes Album mit Potential für mehr
Originaltext: https://www.babyblaue-seiten.de/index.php?albumId=23212&content=review
Gastmusiker
Katha Lu
Gastgesang auf "In the outside World"






































